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A(na)erob

Aspekte zur Dosierung von Ausdauerbelastungen

Um mittels der Belastungsnormativa eine exakte Dosierung adäquater Trainings- / Belastungsreize durchführen zu können, müssen bei der Definition der Intensität biologische Parameter ermittelt werden. Dieser Parameter ist der Lactat - Gehalt im venösen Blut. Lactat ist ein Stoffwechselendprodukt der anaeroben Oxidation der Kohlehydrate. Die Lactatkonzentration läßt sich jedoch nur mittels einer Blutanalyse ermitteln. Ein in der Zielzone betriebenes Herzfrequenztraining ist ein aerobes (unter ausreichender Sauerstoffzufuhr) Training, das Herz- und Lungenfunktion anregt - und kräftigt - und mehr Blut zu den tätigen Muskeln transportiert. Anaerobe (ohne ausreichende Sauerstoffzufuhr ) Trainingsreize sind deutlich kürzer, intensiever und haben weniger positive Trainingseffekte auf Herzkreisleufparameter.

 
Der aerobe Schwellenwert

Der aerobe Schwellenwert wird in der Trainingslehre mit 2 mmol/l venösem Blut angegeben. Bis zu dieser Lactatkonzentration kann die von der Muskulatur benötigte Energie für eine körperliche muskuläre Aktivität bei entsprechender Intensität nahezu ausschliesslich auf aerobem Weg, das heißt über Fett und Kohlehydratestoffwechsel, bereitgestellt werden. Ineressant ist in diesem Zusammenhang, daß selbst das sogenannte Ruhelactat bei etwa 0,8 - 1,5 mmol/l Blut liegt. Ein Ausdauertraining mit Belastungsintensitäten bis 2-3 mmol/l Blut wird als Regenerationstraining bezeichnet.

 
Der aerobe - anaerobe Übergangsbereich

Dieser Intensitätsbereich liegt bei normalen durchschnittlich untrainierten Patienten zwischen 3 und 4 mmol/l Blut und bedeutet, daß bei der Energiebereitstellung etwas vermehrt anaerob Energie gewonnen werden muß, jedoch das anfallende Lactat im selben Umfang aus der Muskelzelle abtransportiert werden kann, sodaß keine negativen Erscheinungen (Ph-Wert Verschiebung ins saure Millieu) und Konsequenzen für die Muskelzelle ablaufen und die Muskulatur lange bei dieser Intensität arbeiten kann. Man spricht hier auch vom Lactat-steady-state.

 
Der anaerobe Schwellenwert

Er in der trainingswissentschaftlichen Literatur mit 4mmol/l Blut angegeben und besagt, dass bei gegebener Arbeitsintensität der Anteil der anaerob bereitgestellten Energie sich stark erhöht und jetzt das anfallende Lactat nicht mehr in gleichem Umfang aus der Zelle transportiert werden kann und dadurch das Lactat sich innerhalb der Zelle aufkommuliert. Die Folge ist eine Übersäuerung der Muskelzelle, die dann ihre Arbeitsintensität nach gegebener Zeit nicht mehr aufrecht erhalten kann.

 


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