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Gerätegestützte Krankengymnastik

Bei der Gerätegestützten Krankengymnastik oder der Krankengymnastik am Gerät werden Behandlung bzw. Übungen durchgeführt, die an medizinisch zertifizierten Geräten unter Berücksichtigung der allgemeinen und speziellen Trainingslehre stattfinden. 

Das Einsatzgebiet der Gerätegestützten Krankengymnastik umfasst ein sehr vielfältiges Gebiet und reicht von den muskulären Dysbalancen (Muskelungleichgewicht), Haltungsschwächen, WS - Fehlstellungen, Muskelaufbauprogramme nach operierten oder nichtoperierten Bandscheibenvorfällen, bis zu immer wiederkehrende Gelenkblockaden uvm.

Im Vordergrund steht immer eine Befunderhebung und eine somit verbundene Funktions- und Kraftanalyse. Aus diesen Erhebungen wird ein individueller, auf sie persönlich zugeschnittener Trainingsplan erarbeitet, der sie nun mehr über mehrere Wochen begleitet. In regelmäßigen Abständen wird dieser Plan dann dokumentiert, ausgewertet und angepasst.


Muskelaufbautraining in der Physiotherapie

In der Physiotherapie bzw. Krankengymnastik hat das Kraft- und Muskelaufbautraining drei wesentliche Ziele. Dies ist zum einen der Wiederaufbau eines abgeschwächten (atrophierten) Muskels zum Beispiel nach Ruhigstellung, der Aufbau eines normalen Kraftniveaus bei muskularen Dysbalancen (Muskelungleichgewicht) sowie den Erhalt eines normalen Kraftniveaus im Sinne der Prävention.In der Sport bzw. Leistungssport sieht die Zielsetzung natürlich etwas anders aus. Hier geht es in erster Linie um um einen hohen Muskelzuwachs bei optimaler muskulärer Koordination und einen optimalen Krafteinsatz bei hohen Bewegungsgeschwindigkeiten.Entsprechend der unterschiedliche Zielsetzungen unterscheidet sich das Training in Bezug auf die Übungsauswahl, Intensität, Wiederholungszahl, Maschinen- und Gewichtseinsatz und dem persönliche Zeitaufwand.

Primär steht als erster Trainingsschritt die neuromuskuläre Anpassung im Vordergrund. Hierbei geht es um das Erlernen, Steuern und Anpassen von Bewegungen. Diese Trainingsform ist gekennzeichnet durch eine niedrige Intensität und eine hohe Wiederholungszahl. Dadurch wird die muskuläre Koordination, die Gelenkstabilisation und die Körper- und Bewegungswahrnehmung geschult.

Im zweiten Schritt wird die lokale Muskelkraftausdauer gesteigert und damit die Belastbarkeit der Muskulatur erhöht. Entscheidend ist, daß die Wiederholungszahl zwischen zwischen 20 und 30 Wdh. liegt um eine vollständige Ermüdung zu erreichen.

Im dritten Schritt wird das Training so dosiert, daß es zum Muskelzuwachs (Hypertrophie) kommt und die Maximalkraft zunimmt. Hierbei nimmt die Muskelmasse zu die durch Inaktivität verloren gegangen ist. Die Wiederholungszahl liegt hier bei 8 -12 Wdh und einer Intensität von etwa 50 -80 % Maximalkraft.

Im vierten Schritt wird durch eine sehr hohe Intensität die neuromuskuläre Kraft verbessert. Dies erreicht mit einer sehr geringen Wiederholungszahl zwischen 3 und 6 Wdh bei ca 80 -95 % der Maximalkraft.


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